Archiv für die Kategorie ‘Pressemitteilungen’

19. Mär 2009

„Der Tafel-Start ist gelungen“

Der Tafel-Start ist gelungenHunderte von Bedürftigen sind gestern mit Lebensmitteln versorgt worden

In Zukunft wird die Wildeshauser Tafel an jedem Donnerstag von 13 bis 17 Uhr die Türen des früheren Offizierscasinos auf dem Bundeswehrgelände öffnen. 15 ehrenamtliche Helfer haben gestern die Lebensmittel ausgeteilt.Von Gerd Backenköhler

Wildeshausen. Am ersten Öffnungstag hat die Wildeshauser Tafel gestern Nachmittag hunderte von Bedürftigen versorgt. 15 ehrenamtliche Helfer teilten im früheren Offizierscasino auf dem Bundeswehrgelände Obst, Gemüse und andere Lebensmittel aus.

„Der Start ist gelungen“, freute sich Martina Zahl, die Vorsitzende des Vereins „Wildeshauser Tafel“, die sich seit Wochen und Monaten auf diesen Tag vorbereitet hatte und vor allem die Räumlichkeiten lobte. „Im Vergleich zu anderen Tafeln finden wir hier optimale Bedingungen, hervorzuheben sind vor allem die Kühlräume, in denen wir die Lebensmittel unterbringen können.“

Claudia und Manuel Bock empfingen die Kunden im Eingangsbereichs des Casinos, um die Berechtigungsbescheide zu prüfen, die Regis­trierungen vorzunehmen und das Geld zu kassieren: Pro Erwachsene einen Euro und pro Kind 0,50 Euro.

Im eigentlichen Casino, dem früheren Essraum der Offiziere, waren Unmengen von Lebensmitteln aufgestellt, die die „Tafel“ von mehr als 20 Unternehmen aus Wildeshausen und der Region erhalten hatte. Je nach Größe der Familie packten die Helfer die entsprechende Zahl von Bananen, Eisbergsalat, Apfelsinen, Weintrauben, Tomaten und Paprika in die Körbe. Dazu gab es pro Person jeweils zwei Brötchen, Brot, Müsli beziehungsweise Cornflakes. Auf der anderen Seite des Raumes wurden Kühlwaren wie Pommes frites und Desserts dazu- gepackt.

„Es ist sehr ordentlich verlaufen“, so die ehrenamtlichen Helfer, die vor allem deswegen mitmachten, weil es sich um eine konkrete Hilfe handelt. „Hier weiß man genau, wofür man seine Arbeitskraft einsetzt“, so die Meinung.

In Zukunft wird die Wildeshauser Tafel an jedem Donnerstag von 13 bis 17 Uhr die Türen öffnen. In der Woche holen freiwillige Mitarbeiter die Lebensmittel aus den Geschäften ab.

(Quelle: DK-Online, 19.03.2009)

18. Mär 2009

“Tafel” geht morgen an den Start

WILDESHAUSEN Die Räume sind hergerichtet, die Kühltruhen teilweise schon gefüllt, und das “grüne Licht” des Kreis-Veterinäramts ist seit gestern Nachmittag erteilt: Die Wildeshauser “Tafel” geht im “Kasino” der ehemaligen Wittekind-Kaserne morgen von 13 bis 17 Uhr erstmals an den Start, um Bedürftige zu versorgen. Der Einsatzplan für die Mitarbeiter hängt schon an der Wand. (von Joachim Decker)

Bekleidet mit einem weißen Kittel machte Kreis-Veterinär Hergen Mehrtens gestern seine Runde durch alle Räume, um von der Ausgabe bis zum Tiefkühlraum jeden Winkel unter die Lupe zu nehmen: “Rechtlich ist das hier ein Einkaufsladen. Und als solcher muss er auch geführt werden.” Er müsse den ehrenamtlichen Mitarbeitern auch ein dickes Lob aussprechen: “Hier ist wirklich alles picobello hergerichtet.”

Mit Blick auf zig Dosen Chopsuey kam aber der erste wichtige Hinweis: “Diese Dosen sind lediglich mit einem Haltbarkeitsdatum versehen. Und genau das reicht nicht.” Die Kunden müssten wissen, was sich in welcher Zusammensetzung in den Dosen befinde. Leider sei es so, dass heute viele kaum noch richtig wüssten, wie sie mit Lebensmitteln umgehen müssten.

Eindringlich appellierte Mehrtens an die “Tafel”-Mitarbeiter, immer wieder auf das Haltbarkeitsdatum zu achten: “Allerdings ist es durchaus möglich und erlaubt, Ware auch nach Überschreiten dieses Datums noch auszugeben. Dann aber liegt die Verantwortung bei Ihnen.” Daher sei es wichtig, den Zustand zu überprüfen. Hierzu teilte Martina Zahl, Vorsitzende der “Tafel”, jedoch mit, dass es nicht vorgesehen sei, abgelaufene Waren auszugeben: “Dann sind wir nämlich auf der sicheren Seite.”

Anders sehe es nach Aussage des Veterinärs mit der Aufschrift “Zu verbrauchen bis:…” aus: “Dieses Datum darf auf keinen Fall überschritten werden. Diese Ware muss danach umgehend entsorgt werden.”

Und während sich einige Mitarbeiter gestern mit den letzten Arbeiten in der Ausgabestelle beschäftigten, waren andere unterwegs, um weitere Waren heranzuschaffen. Allen voran Wilhelm Schilling, der seit Wochen mit vollem Einsatz daran arbeitet, das Unternehmen “Tafel” zu einem Erfolg werden zu lassen: “Bei allen positiven Aspekten fehlt es uns immer noch an Geldspenden.” Ziel sei es nämlich, einen Tiefkühlanhänger zu kaufen, um problemlos gefrorene Ware transportieren zu können, ohne dass die Kühlkette abreiße.

Schilling weiß allerdings, dass es gerade in der heutigen Zeit sehr schwer ist, Geldspenden zu bekommen: “Aber wir hoffen, dass noch mehr Privatbürger und Unternehmer die Notwendigkeit der Tafel erkennen. Jeder Cent kann uns in der Tat auf unserem wichtigen Weg weiterhelfen.”

(Quelle: Wildeshauser Kreiszeitung, 18.03.2009)

17. Mär 2009

Lebensmittelprüfung erfolgreich abgeschlossen!

Video: Überprüfung der Wildeshauser Tafel

Bevor die Wildeshauser “Tafel” an den Start gehen kann, werden durch einen Lebensmittelprüfer die Voraussetzungen für eine Lebensmittel- Ausgabe geprüft. Die Überprüfung wurde hierbei erfolgreich abgeschlossen.

11. Mär 2009

36 000 Euro fehlen für Tiefkühlfahrzeug

SpendenübergabeWILDESHAUSEN “Aus der Region für die Region” lautet der Grundsatz der Regionalstiftung Wildeshauser Geest. Dieses Motto kann eins zu eins auch auf die Wildeshauser “Tafel” übertragen werden, die am 19. März in der ehemaligen Kaserne ihre Arbeit aufnimmt. Eine Anschubfinanzierung in Höhe von 1000 Euro überreichten Stiftungsgeschäftsführer Rolf- Lothar Klawonn und Vorstandsmitglied Frank Ostertag gestern an Thomas Trüper, zweiter Vorsitzender der Tafel, und Wilhelm Schilling. (Von Joachim Decker)

Den Betrag von 500 Euro konnten Monika Terfehr (katholische Kirchengemeinde) und Barbara Temeschinko-Rose (evangelische Kirchengemeinde) für das Ökumene-Forum entgegennehmen. “Bei diesen 1500 Euro handelt es sich um die erste Ausschüttung, die wir aus den Erträgen der Stiftung vornehmen können”, betont Frank Ostertag.

Allerdings weiß er genau, dass 1000 Euro nur ein Tropfen auf den “heißen Stein” sein können, denn die “Tafel” plagen derzeit andere Sorgen: Sie muss ein Tiefkühlfahrzeug anschaffen, benötigt dafür 36000 Euro. “Wir werden alles unternehmen, dieses Geld zusammen zu bekommen”, betont Schilling, für den die “Tafel” eine Aufgabe geworden ist, in die er nicht selten einen Zwölf-Stunden-Tag investiert. “Wir werden weiter mit Firmen sprechen und um Spenden bitten. Denn es sind Dinge zu leisten, die wir allein nicht schultern können.” Unter anderem sei Wilma Poppe Tonn in der Stadt unterwegs, um Spenden zu sammeln.

Bei diesen Worten wird Schilling immer nachdenklicher, denn er hat Zahlen parat, die verdeutlichen, warum er sich so stark macht für die Tafel: “Schauen wir uns die jüngsten veröffentlichten Zahlen an, so müssen wir feststellen, dass etwa 13 Prozent der 82 Millionen Deutschen an der Armutsgrenze leben. Darunter sind sage und schreibe 2,5 Millionen Kinder.” Und das sei eine erschreckende Zahl: “Ein Kind das hungert, kann nicht lernen. Das heißt auch, dass eine große Gefahr für die Zukunft besteht.”

Diese Worte kann Thomas Trüper, seines Zeichens auch Rektor der Hunteschule, nur bestätigen: “Ich muss Tag für Tag erleben, dass viele Schüler nicht einmal ein Pausenbrot haben.”

Beim Hauptthema zurück, erzählt Schilling, dass ein Tiefkühlfahrzeug unerlässlich sei: “Wir dürfen nur gesunde Ware ausgeben. Daher darf die Kühlkette bei Tiefkühlkost nie unterbrochen werden.” In puncto Tiefkühlkost sei die “Tafel” gut aufgestellt. “Wir haben bereits die erste Lieferung, eine ganze Europalette mit Kartoffelspezialitäten, von der Firma Agrarfrost in Aldrup bekommen. Diese Ware bekommen wir nun regelmäßig.” Mit im Boot sei auch die Firma Heidemark, von der es einmal im Monat eine Palette tiefgekühlte Geflügelspezialitäten gebe.

(Quelle: Kreiszeitung Wildeshausen, 11.03.2009)

22. Feb 2009

Viele Menschen wollen helfen. Wildeshauser Tafel stößt auf große Unterstützung.

WILDESHAUSEN/msi. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele Leute zu einem ersten Interessententreffen kommen.“ Schlichtweg überwältig war Martina Zahl, erste Vorsitzende des Vereins Wildeshauser Tafel angesichts der über 50 Bürger, die zum Informationsnachmittag in die Hunteschule gekommen waren. Sie allen wollen mithelfen, dass die Tafel in Wildeshausen ein Erfolg wird.

Der Vorstand der Tafel berichtete zunächst über den aktuellen Stand der Vorbereitungen. Die Räume im ehemaligen Offizierskasino der Wittekindkaserne sind frisch gestrichen, alle Räumlichkeiten wurden von der Wildeshauser Firma Fluid kostenlos gereinigt.

„Auch die Malerarbeiten hat die Firma Eckhard Schmidt kostenlos ausgeführt“, berichtete der zweite Vorsitzende Thomas Trüper. Weitere Handwerksbetriebe haben ihre Unterstützung zugesagt. Auch bei den Lieferanten ist die Tafel einen großen Schritt weiter gekommen. Agrarfrost, Heidemark oder Kellogg’s haben bereits feste Zusagen gegeben. Die Wildeshauser Bäckereien Kolloge, Meyer und Schnittker helfen ebenso mit wie die Supermärkte Famila, Aktiv und Lidl.

Ab Mitte März will die Tafel öffnen. Zunächst nur am Donnerstag. „Die Öffnungszeiten werden sich vom Mittag bis in den frühen Abend hinziehen“, erklärte Martina Zahl. Es würden deshalb viele Helfer benötigt. Denn die Lebensmittel müssen nicht nur an die Bedürftigen ausgegeben werden. „Die Waren müssen bei den Lieferanten mit unserem Lieferwagen abgeholt und dann vorsortiert werden“, erläuterte Wilhelm Schilling vom Vorstand. Er betonte, dass die Tafel, wie alle anderen Supermärkte auch, die Hygiene- und Gesundheitsvorschriften einhalten muss.

Nach wie vor ist der Verein neben den Lebensmittelspenden auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Spenden können auf das Konto 1884352 bei der LZO, BLZ 280 501 00 eingezahlt werden.

(Quelle: Sonntagszeitung, 22.02.2009)

8. Feb 2009

Tafel ist jetzt mobil

WILDESHAUSEN/msi. Die Einrichtung der „Wildeshauser Tafel“ schreitet mit großen Schritten voran. Am Freitagmittag übergab Bürgermeister Dr. Kian Shahidi dem Verein das ehemalige Citiymobil. Die Vorsitzende Martina Zahl nahm den Autoschlüssel entgegen. Das sechs Jahre alte Fahrzeug hat 108000 Kilometer auf dem Tacho uns soll nur der Tafel beim Transport der Lebensmittel dienen.

Wie berichtet, will sich der Verein „Wildeshauser Tafel“ ab Mitte März um die Bedürftigen in Wildeshausen und Umzu kümmern. Im ehemaligen Offizierskasino auf dem Gelände der Wittekindkaserne wird dazu eine Ausgabestelle eingerichtet. Hier hält die Tafel dann Lebensmittel für die Grundversorgung bereit. Bei der Einrichtung ist der Verein einen Schritt weiter gekommen. Die Firma Apetito aus Rheine stellt zwei Tiefkühlschränke zur Verfügung. Benötigt werden aber noch große Lagerregale. Inzwischen haben auch die Wildeshauser Bäckereien Kolloge, Meyer und Schnittker ihre Unterstützung zugesagt.

(Quelle: Sonntagszeitung, 08.02.2009)

7. Feb 2009

“Tafel” ist seit gestern mobil

Symbolisch überreichte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi den Autoschlüssel an Martina Zahl.Foto: DejoWILDESHAUSEN Drei Bäcker sind bereits im “Boot”, zwei Tiefkühlregale stehen schon zur Abholung bereit, und seit gestern ist auch der Warentransport gesichert: Wildeshausens Bürgermeister Dr. Kian Shahidi überreichte vor dem Stadthaus symbolisch den Schlüssel für das “alte” City-Mobil an die Vorsitzende der Wildeshauser “Tafel”, Martina Zahl.(Von Joachim Decker)

“Wir freuen uns, damit die wichtige Arbeit der Tafel, die Mitte März anlaufen soll, unterstützen zu können”, führte Dr. Shahidi aus. Zwar sei der Bus für den Personentransport ausgerüstet, aber nach kleinen Umbaumaßnahmen eigne er sich bestens für den Transport der Lebensmittel.

Nicht ohne Stolz konnten die “Tafel”-Mitglieder berichten, dass die drei Wildeshauser Bäckereien - Meyer, Kolloge und Schnittger - bereits ihre Unterstützung zugesagt hätten. Hier hatte Brigitte Ottilie Kaiser Gespräche geführt und sehr schnell eine positive Antwort bekommen.

“Etwas Schwierigkeiten haben wir noch mit den Supermärkten”, sagte Martina Zahl. Dort herrsche der Irrglaube, dass die Mitarbeiter der “Tafel” Woche für Woche eine gewisse Menge an Lebensmittel holen wollen: “Das ist natürlich nicht der Fall. Zwar fragen wir regelmäßig nach, aber wenn es nichts gibt, dann ist das auch so. Schließlich können die Firmen nur Waren abgeben, die sie überschüssig haben und deren Haltbarkeit bei noch längerer Lagerung bald ablaufen würde”, erklärt die Vorsitzende.

Hinzu käme, dass die Bedürftigen ohnehin kein Anrecht auf ein bestimmtes Sortiment hätten: “Wir geben das weiter, was wir haben. Zur Not sind dass auch mal nur Brot und Brötchen.”

Vom Unternehmen “Appetito” in Rheine bekommen die Wildeshauser zwei Tiefkühlregale. “Außerdem ist ein Hardware-Händler bereit, unsere Räume mit einem kompletten PC-Arbeitsplatz auszustatten”, konnte der Vorstand berichten.

Zudem gebe es von der Kreisverwaltung etwa 450 Euro: Monat für Monat spenden hier die Mitarbeiter die Cents, die auf der Gehaltsabrechnung hinter dem Komma stehen. Eine Idee, die Dr. Shahidi jetzt auch im Stadthaus einbringen will.

(Quelle: Kreiszeitung Wildeshausen, 07.02.2009)

30. Jan 2009

Wollen keine Almosen anbieten

Wildeshauser Tafel beginnt im März mit wöchentlicher Lebensmittel-Ausgabe


Im Kasino der früheren Wittekind-Kaserne will die Wildeshauser Tafel ab Mitte März einmal wöchentlich Lebensmittel an Bedürftige ausgeben. Dabei soll der Grundsatz gelten, Mahlzeiten nur gegen eine Münze abzugeben. Von Frank Hethey

Wildeshausen. Für die Wildeshauser Tafel hat der Countdown begonnen: Ab Mitte März will der Verein einmal wöchentlich Lebensmittel an Bedürftige ausgeben. „Wir wollen jetzt durchstarten“, sagt der zweite Vorsitzende Thomas Trüper, auch bekannt als Leiter Hunteschule. Derzeit ist der Verein dabei, neue Mitglieder als freiwillige Helfer zu gewinnen. „Bisher haben sich zwölf Personen gemeldet, die zur aktiven Mitarbeit bereit sind“, berichtet Trüper. Auch der Ort des Geschehens steht schon fest: das Kasino der früheren Wittekind-Kaserne.

Wie in Delmenhorst, so soll auch in Wildeshausen der Grundsatz „Lebensmittel für eine Münze“ gelten. „Wir wollen keine Almosen anbieten“, begründet Trüper das Procedere. „Bei uns werden Lebensmittel zu einem sehr günstigen Preis verkauft.“
Obgleich Trüper voraussetzt, dass niemand Lebensmittel verlangen wird ohne in einer Notlage zu sein, muss die Bedürftigkeit dennoch nachgewiesen werden. Als gültigen Nachweis sieht Trüper einen offiziellen Bescheid der Sozialbehörden an: In Frage kommen zum Beispiel Wohngeld- oder Rentenbescheide. Ein regelrechter „Tafelpass“ wie andernorts ist bislang nicht im Gespräch.
Einige Zusagen für Lebensmittelspenden liegen den Tafel-Aktivisten bereits vor, unter anderem von zwei Bäckereibetrieben. „Eigentlich handelt es sich um eine Umverteilung nicht abgelaufener Lebensmittel“, umschreibt Trüper die praktische Arbeit der Tafel. Die Mitarbeiter sammeln die Lebensmittel ein und bringen sie in die Ausgabestelle auf dem früheren Kasernengelände. „Dort werden wir die Spenden dann sortieren und zusammenstellen.“

Die Wildeshauser Tafel ist Anfang vergangenen Jahres von neun Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen worden. Die mehr als einjährige Vorlaufzeit erklärt Trüper mit den langwierigen Genehmigungsverfahren als gemeinnütziger Verein.

Negative Erfahrungen mit Schulkindern haben Trüper für das Armutsproblem sensibilisiert. Ähnlich erging es seinen Mitstreitern, die sich unabhängig von einander an die Stadt Wildeshausen wandten. Durch die Vermittlung von Bürgermeister Dr. Kian Shahidi kamen die Interssenten zusammen – und legten so den Grundstein für die Vereinsgründung nachdem im Vorjahr ein erster Anlauf gescheitert war.

(Quelle: DK-Online, 30.01.2009)

24. Jan 2009

Es fehlen Regale und Kühltruhen

Die Räumlichkeiten in der ehemaligen Kaserne stellten gestern die Mitglieder der Tafel vor.Foto: Dejo

Die Räumlichkeiten in der ehemaligen Kaserne stellten gestern die Mitglieder der 'Tafel' vor.Foto: Dejo

WILDESHAUSEN Noch sieht es sehr leer aus im “Kasino” der ehemaligen Wittekind-Kaserne in Wildeshausen. Schon bald soll aber hier regelmäßig die Ausgabe von Lebensmitteln der Wildeshauser “Tafel” erfolgen. Mitglieder des Vereins haben gestern die Räume vorgestellt.(Von Joachim Decker)

Und es ist den Mitgliedern anzusehen, dass sie das Ziel bis Mitte März auch erreichen werden: “Es wird Zeit, dass wir eine solche Einrichtung in der Kreisstadt haben. Die Zahl der bedürftigen Menschen, die kaum wissen, wie sie satt werden sollen, ist sehr hoch”, ist sich der Vorstand um Vorsitzende Martina Zahl einig.

Jetzt hofft der Verein nicht nur auf weitere Mitglieder, sondern auch auf Unterstützung finanzieller und materieller Art. So werden dringend etwa 15 bis 20 Meter Regale (dreibödig) mit einer maximalen Höhe von 1,8 Metern und einer Tiefe von 70 Zentimetern benötigt. Zudem eine Tiefkühltruhe mit Deckel und auf Rollen, ein großer Sicht-Kühlschrank und abwaschbare Packtische. Derzeit befindet sich in den Räumlichkeiten lediglich der alte Tresen. “Wir gehen davon aus, dass sich Unternehmen melden, die uns diese Dinge zur Verfügung stellen können”, sagt Wilhelm Schilling. Und Thomas Trüper: “Ich hatte schon einen Anruf wegen einer Gefriertruhe. Allerdings hat es sich herausgestellt, dass dieses Gerät doch nur etwas für den Müll war.”

Der “Tafel” stehen im “Kasino” etwa 100 Quadratmeter für die Ausgabe zur Verfügung. Zudem ein Tiefkühlraum und zwei kleinere Kühlräume. “Allerdings müssen wir hier noch eine Grundreinigung durchführen oder durchführen lassen”, sind sich Martina Zahl und Schilling einig, der jetzt ein Wildeshauser Gebäudereinigungs-Unternehmen ansprechen will.

Bislang haben sich laut Vorstand schon zehn Bürger gemeldet, die sich bereit erklärt haben, ebenfalls mitzuarbeiten. “Ein Vertreter der Partei ,Die Linke’ hat mir den Tipp gegeben, dass ich einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen kann”, erzählt die Vorsitzende. Er habe mitgeteilt, dass von seinen Parteikollegen die Diätenerhöhungen gespendet würden. “Mit Glück können wir einen Teil bekommen.”

Mit im Boot ist auch die Vorsitzende des Wildeshauser Frauenvereins, Brigitte Ottilie Kaiser, die ab Montag die Wildeshauser Bäcker besuchen will, um Gespräche zu führen, inwieweit sie Backwaren für die “Tafel” zur Verfügung stellen können. “Wichtig ist, dass diese Lebensmittel verpackt sind. Wir dürfen außer Obst und Gemüse nichts Offenes anbieten”, weiß Schilling. Er selbst wolle in der kommenden Woche mit Thomas Trüper auf Tour gehen, um die produzierenden Betriebe zu besuchen: “Wir rechnen mit der Unterstützung zahlreicher Betriebe aus Wildeshausen und umzu.” Wichtig sei, dass die “Tafel” alle Grundnahrungsmittel anbiete, um die Bedürftigen hinreichend zu versorgen. Erstmals sollen die Türen Mitte März geöffnet werden.

(Quelle: Kreiszeitung, 24.01.2009)

21. Jan 2009

Tafel nimmt Arbeit im März auf

Wildeshauser Tafel nimmt Arbeit auf

Wildeshauser Tafel nimmt Arbeit auf

BÜRGERMEISTER SHAHIDI SPRACH VON EINEM „LEUCHTTURM-PROJEKT“. DIE STADT STELLT DAS ALTE CITY-MOBIL BEREIT.

VON STEFAN IDEL

WILDESHAUSEN - Nach dem Willen ihrer Gründer soll die Wildeshauser Tafel am 15. März ihre Arbeit für Bedürftige in der Region offiziell aufnehmen. „Wir benötigen die Unterstützung von vielen“, sagte Vorsitzende Martina Zahl, die am Dienstag gemeinsam mit weiteren Mitgliedern den Verein vorstellte. Es gehe darum, soziale Verantwortung wahrzunehmen, meinte Gründungsmitglied Wilhelm Schilling. Er wies darauf hin, dass in Niedersachsen jedes sechste Kind unterhalb der Armutsgrenze lebe.

Die Initiative zu der Tafel kam aus der Freien Christengemeinde sowie der Hunteschule, wie Schulleiter Thomas Trüper erklärte. Dort sei die unzureichende Versorgung mancher Kinder aufgefallen. Nach langer Vorbereitungsphase liege seit Dezember die offizielle Genehmigung des Berliner Bundesverbandes vor, berichtete Schilling. Mit den benachbarten Tafeln habe sich der Verein über die regionale Zuständigkeit verständigt. Man wolle sich demnächst bei allen Geschäften in Wildeshausen und umzu vorstellen und Lebensmittel erbitten. Bislang sei geregelt, dass die Wildeshauser Tafel Waren von den Discountern Lidl und „aktiv“ sowie von „Famila“ erhalte.

Die noch nicht abgelaufenen Lebensmittel werden im ehemaligen Casino der Wittekindkaserne an Bedürftige ausgegeben. Dazu sei ein Berechtigungsantrag erforderlich. Man werde aber niemanden abweisen: „Jeder, der sich in der Schlange anstellt, hat einen Grund, sich anzustellen“, sagte Martina Zahl.

Unternehmer Wolfgang Rixen stelle das frühere Casino für mindestens fünf Jahre zur Verfügung. Vier Wildeshauser Handwerksbetriebe helfen bei der Einrichtung. Benötigt würden aber noch stabile, neuwertige Regale und Kühltruhen auf Rollen.

Bürgermeister Dr. Kian Shahidi sprach von einem „Leuchtturm-Projekt“ für Wildeshausen. Allein die organisatorischen Vorarbeiten seien erheblich gewesen. Die Tafel erhält das alte städtische City-Mobil. Shahidi will bei den Haushaltsberatungen einen Vorschlag machen, damit die Tafel auch Fördermittel aus dem Stadtsäckel erhalte.

(Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg, 21.01.2009)