
Die Räumlichkeiten in der ehemaligen Kaserne stellten gestern die Mitglieder der 'Tafel' vor.Foto: Dejo
WILDESHAUSEN Noch sieht es sehr leer aus im “Kasino” der ehemaligen Wittekind-Kaserne in Wildeshausen. Schon bald soll aber hier regelmäßig die Ausgabe von Lebensmitteln der Wildeshauser “Tafel” erfolgen. Mitglieder des Vereins haben gestern die Räume vorgestellt.(Von Joachim Decker)
Und es ist den Mitgliedern anzusehen, dass sie das Ziel bis Mitte März auch erreichen werden: “Es wird Zeit, dass wir eine solche Einrichtung in der Kreisstadt haben. Die Zahl der bedürftigen Menschen, die kaum wissen, wie sie satt werden sollen, ist sehr hoch”, ist sich der Vorstand um Vorsitzende Martina Zahl einig.
Jetzt hofft der Verein nicht nur auf weitere Mitglieder, sondern auch auf Unterstützung finanzieller und materieller Art. So werden dringend etwa 15 bis 20 Meter Regale (dreibödig) mit einer maximalen Höhe von 1,8 Metern und einer Tiefe von 70 Zentimetern benötigt. Zudem eine Tiefkühltruhe mit Deckel und auf Rollen, ein großer Sicht-Kühlschrank und abwaschbare Packtische. Derzeit befindet sich in den Räumlichkeiten lediglich der alte Tresen. “Wir gehen davon aus, dass sich Unternehmen melden, die uns diese Dinge zur Verfügung stellen können”, sagt Wilhelm Schilling. Und Thomas Trüper: “Ich hatte schon einen Anruf wegen einer Gefriertruhe. Allerdings hat es sich herausgestellt, dass dieses Gerät doch nur etwas für den Müll war.”
Der “Tafel” stehen im “Kasino” etwa 100 Quadratmeter für die Ausgabe zur Verfügung. Zudem ein Tiefkühlraum und zwei kleinere Kühlräume. “Allerdings müssen wir hier noch eine Grundreinigung durchführen oder durchführen lassen”, sind sich Martina Zahl und Schilling einig, der jetzt ein Wildeshauser Gebäudereinigungs-Unternehmen ansprechen will.
Bislang haben sich laut Vorstand schon zehn Bürger gemeldet, die sich bereit erklärt haben, ebenfalls mitzuarbeiten. “Ein Vertreter der Partei ,Die Linke’ hat mir den Tipp gegeben, dass ich einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen kann”, erzählt die Vorsitzende. Er habe mitgeteilt, dass von seinen Parteikollegen die Diätenerhöhungen gespendet würden. “Mit Glück können wir einen Teil bekommen.”
Mit im Boot ist auch die Vorsitzende des Wildeshauser Frauenvereins, Brigitte Ottilie Kaiser, die ab Montag die Wildeshauser Bäcker besuchen will, um Gespräche zu führen, inwieweit sie Backwaren für die “Tafel” zur Verfügung stellen können. “Wichtig ist, dass diese Lebensmittel verpackt sind. Wir dürfen außer Obst und Gemüse nichts Offenes anbieten”, weiß Schilling. Er selbst wolle in der kommenden Woche mit Thomas Trüper auf Tour gehen, um die produzierenden Betriebe zu besuchen: “Wir rechnen mit der Unterstützung zahlreicher Betriebe aus Wildeshausen und umzu.” Wichtig sei, dass die “Tafel” alle Grundnahrungsmittel anbiete, um die Bedürftigen hinreichend zu versorgen. Erstmals sollen die Türen Mitte März geöffnet werden.
(Quelle: Kreiszeitung, 24.01.2009)